sechs monate freistellung sind schneller vorbei als gedacht. mein erster gang zum AMS steht an.
nach sechsmonatigem lernen, dolce far niente – auch wenn das „far niente“ alles andere als „dolce“ war - und wieder lernen, steht mein erster gang zum AMS an. da ich niemals zuvor arbeitslos war, erkundige ich mich zu welcher AMS-stelle ich gehen und was ich mitbringen muss. ein sehr freundlicher junger mann gibt bereitwillig via telefon auskunft und schickt mich zur AMS-zweigstelle huttengasse, im 16. wiener gemeindebezirk.
AMS huttengasse, 16. bezirk
in der infozentrale des AMS huttengasse werde ich von einer sehr netten dame empfangen. mir kommt schon der gedankt, dass die geschichten über die gestressten AMS-mitarbeiter reiner humbug sind. leider hat mich aber der höfliche herr am telefon falsch beraten – ich bin bei der falschen AMS-stelle gelandet. die nette dame gibt mir die korrekte adresse und ich lustwandle weiter zum AMS in der redergasse, im 5. bezirk.
AMS redergasse, 5. bezirk
und hier erlebe ich nun AMS in reinkultur. unfreundliche beamte, die von lauter „blöden“ fragen der stempler-brigade genervt, ihren dienst versehen. ich gehe brav zum info-schalter, weil ich natürlich keine ahnung habe, wohin in diesem gigantischen gebäude ich gehen muss: „grüß gott, ich bin zum ersten mal arbeitsl…“ und werde rüde unterbrochen: „monat?“ ich hab natürlich keine ahnung was der herr von mir will und antworte immer noch sehr höflich: „wir haben jetzt juli …?“ „in welchem monat ham’se geburtstag?“, blafft die schnarrestimme, ungeduldig und unfreundlich. peinlich, peinlich. aber wie soll ich wissen was er wissen will? „ah ja … september.“ „bezirk?“ „äh, achter bezirk“, stolz, dass ich diesmal ein wenig schneller geschaltet habe – andererseits, was kann er mit dieser frage schon groß meinen? innerlich rolle ich die augen ob meiner schwerfälligkeit! “zweiter stock und nehmans de formulare mit, ausfülln.“ ein freundliches „danke“ kann ich mir nicht verkneifen, was mir einen verdutzen gesichtsausdruck des beamten einbringt!
na ja, hier haben wir nun die vielgerühmten AMS-beamten und ihr umwerfend charmanter ton. macht nichts, ich steige in den zweiten stock – ein wartesaal empfängt mich – vollgestopft mit abgestumpften, wartenden menschen.
im wartesaal AMS redergasse
klever denke ich mir: normalerweise muss man bei sämtlichen ämtern wartenummern ziehen. ich kann aber den nummernspender auf den ersten blick nicht finden und frage daher laut in die runde: „muss man hier denn keine nummern ziehen?“ etwa fünfzig zeigefinger deuten auf einen apparat an der wand. zweifelnde blicke – ist die vielleicht deppert? – verfolgen meinen kanossagang zum wartenummernspender. noch einmal ist meine ganze intelligenz gefordert – eine unterteilung in monaten … geburtsmonaten, natürlich … ist am nummernspender angebracht. gewieft drücke ich den passenden knopf … fesch … nummer 725. ich hasse es zu warten!
der nächste, bitte … wartenummernanzeige im AMS redergasse
wider erwarten bin ich aber doch recht schnell an der reihe. eine junge beamtin begrüßt mich mit einem sauertöpfischen gesicht. doch ein kleiner schmäh an richtiger stelle, und siehe da, beamte können auch lächeln! ich bekomme ein paar zettel zum ausfüllen, frage noch frech, was ich denn tun müsse, wenn ich auf urlaub ginge … unglauben im gesicht: „da müssen sie sich wieder abmelden und sie kriegen für diese zeit kein geld.“ gut zu wissen, denk ich mir. die nette dame gibt mir einen neuen termin in der nächsten woche und schon darf ich wieder gehen.
das war ja gar nicht allzu unangenehm …



2 Antworten bis hierher ↓
witchoftheeast // März 16, 2009 um 8:40 |
tja, die erfahrungen bzgl. „monat“?/“bezirk“? und das erste mal beim ams kann ich so nur bestätigen.
ich bekam aber (beim ams huttengasse) noch ein „special“ dazu: die nette betreuungsdame meint plötzlich, meine letzten 2 arbeitsstellen seien nicht bei ihr im system gespeichert. Na super – ich sitz da und komm mir vor wie blöd – vor allem weil jetzt irgendwie der unausgesprochene vorwurf einer lüge meinerseits im raum hängt? na gut. ich bin perplex, frage mehrere male nach, ob da _wirklich_ nichts ist. „nein, und woran es liegt, kann ich Ihnen auch nicht sagen!“ bekomme ich als antwort.
bei meiner nachfrage, was ich da tun kann, werde ich an die MA40 verwiesen.
gut. heute morgen, erster anruf bei der MA40. die haben keine ahnung, was sie mit mir tun sollen und warum zur hölle mich die ams-dame zu ihnen geschickt hat. gut. ich rufe bei einem meiner letzten arbeitsgeber an, ob diese mich denn eh brav angemeldet haben – lohnsteuer und sozialversicherung habe ich schließlich auch bezahlt. die meinen, kein fehler von ihrer seite. gut. rufe bei der wgkk an. die bestätigen mir, dass zumindest mein letzter arbeitsplatz bei ihnen im system ist – das gleiche system, das auch die ams-tante benutzt. also nochmal ein anruf bei der MA40. bekomme eine kompetente angestellte ans telefon, die mir erklärt, dass ich mich besser an die wgkk wende, da die MA40 in solchen fällen erst in _zweiter_ instanz zuständig sei. ooooooooook. anruf bei der wgkk – eine nette dame erklärt mir schließlich, dass sie eigentlich solche daten nicht weitergeben darf, aber bestätigt zumindest meine angaben. jetzt weiss ich, dass beide letzten arbeitsstellen im system sind. warum hatte sie also die AMS-tante nicht gesehen???? also anruf beim ams. meine zuständige ams-frau ist nicht da. bekomme also einen äußerst unmotivierten wiener ans telefon, dessen äußerungen sich auf „jo, jo“ und „und wos woins jetzt“ beschränken. er sieht im system nach – und erklärt mich mehr oder weniger zum volltrottel, weil die daten _eh alle im system stehen_!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ich mein, was soll sowas? aja, weiters gibt er mir noch eine information bzgl gesetzlicher nachversicherungszeiten, die sich bei genauerer überprüfung ebenfalls als falsch herausstellt.
hams die dort noch alle??????????? arbeiten dort eigentlich nur arbeitsunfähige kühe? von wegen arbeitsmarktSERVICE!
kipet // März 17, 2009 um 10:56 |
Hallo witchoftheeast, und willkommen auf meinem (pseudo)arbeitslosen-Blog!
Na SEAWAS kann ich da nur sagen! Aber das bestätigt leider meine Vermutung: Beim AMS sitzen wirklich hauptsächlich ungeschulte Leute, denen die Anliegen ihrer Klienten (denn nichts anderes sind Arbeitslose, die zum AMS MÜSSEN) und – in fact – Arbeitgeber (bezahlt werden sie immerhin von unseren Steuergeldern) ziemlich schnurzegal sind!
Jeder gute Beamte hätte sich als allererstes wundern MÜSSEN wieso Deine Angaben angeblich nicht stimmen und hätte nachforschen MÜSSEN! Sich faul hinzusetzen und nichts tun ist verantwortungslos und zeigt, wie arg im Argen die AMS-Stellen sind. Keiner kennt sich aus, keiner will sich auskennen, keinen interessiert’s.
Am Ende ist das AMS vielleicht doch nur Aufbewahrungsanstalt für arbeitslose Beamte?
Was Du erleben musstest ist wieder einmal ein SKANDAL sondergleichen! Jedenfalls hat mich Dein Artikel auf eine Idee gebracht, die ich demnächst auf diesem Blog veröffentlichen werde. Es bedarf nur ein bisschen Hirnschmalzwälzens …
Ich wünsche Dir toitoitoi, dass Du schnell einen wunderschönen Arbeitsplatz findest und nicht mehr lange zum AMS gehen musst! Leider musst Du das höchstwahrscheinlich selbst bewerkstelligen, denn vom AMS habe ich in beinahe 2 Jahren Arbeitslosigkeit genau 2 Vorstellunsggespräche vermittelt bekommen … Gott sei Dank war Job Nummer 2 „zumutbar“ aus meiner Sichtweise, denn von Seiten des AMS wäre er „nicht zumutbar“ gewesen! *kopfschüttel* …
Alles Liebe, Kipet