ich war heute brav und habe mich wieder bei einer firma beworben …
lange habe ich es jetzt schon vor mich her geschoben - mein nächstes motivationsschreiben. um ein motivationsschreiben verfassen zu können muss nämlich etwas ganz essenzielles vorhanden sein: die motivation. und wo kriegt man das “ding” her, wenn man so viele NONOs angesammelt hat?
vor weihnachten konnte ich mich damit herausreden, dass die leute momentan eh alles andere als mein motivationsschreiben im kopf haben - firmenweihnachtsfeiern, punschumtrunke mit kollegen und freunden, auf geschenkejagd gehen, geschenke einpacken, geschenke verschenken …
zu weihnachten konnte ich mich mit dieser ausrede rechtfertigen: zwischen weihnachten und neujahr ist eh keiner im büro, also wozu jetzt … wobei ich diese “ausrede” immer noch als die einzig echte ansehe - zwischen Xmas und neujahr ist ja wirklich niemand im büro!
nach weihnachten redete ich mich damit heraus, dass ja im jänner mein neuer kurs beginnt, der bis mitte märz laufen wird. wozu sich da bewerben, wo man doch jede zweite woche from 9 till 5 im kurs hockt?
aber heute hat sich das blatt gewendet. das null-bock-blatt. ich habe ein interessantes inserat entdeckt. verbal bin ich ein bisserl eingerostet, wenn ich ehrlich bin. dieses “bitte-gebt-mir-doch-endlich-einen-job”-gejammere hab ich heut nicht so dolle drauf gehabt. ich habe an wörtern, sätzen und ganzen absätzen gefeilt. habe ehrlich geschrieben - ich halte trotz der vielen absagen noch immer nichts davon bei einem motivationsschreiben zu schummeln. take it or leave it. so denk ich nun mal.
ich bin gespannt, was dabei heraus kommt.
7 Antworten bis hierher ↓
Sonnenschein // Januar 28, 2008 um 11:30 Uhr vormittags
finergs crossed!
und toi, toi, toi!
Namenlos // Januar 28, 2008 um 3:06 Uhr nachmittags
das “null-bock-blatt” hat sich gewendet - find’ ich gut.
ich bin schon seit ewigkeiten arbeitslos. ich will ja arbeiten, aber stets heißt es: “erfahrung” da, “wieso so lange nicht gearbeitet” dort, ein “zu alt” von drüben und ein “niet” von hüben.
und wenn ich diese selbstbeweihräuchernden meldungen seitens des AMS & co lese “null arbeitslose im jänner 08″ (natürlich waren’s nicht 0 arbeislose, aber halt weniger als im dez 07), steigt mir die galle hoch!
frau waldbrand // Januar 28, 2008 um 9:14 Uhr nachmittags
Grade wenn man (vielleicht seit Längerem) einen geeigneten Arbeitsplatz sucht, ist man nicht in der emotionalen Verfassung, sich in der Art selbstzubeweihräuchern, wie es ein so genanntes ‘Motivationsschreiben’ voraussetzt. Man fühlt sich eben nicht toll und so-super. Man fühlt sich mitunter elend und weiß nicht, welchen Platz man in dieser Arbeitsgesellschaft einnehmen soll/wird/kann. Ich suche zum ersten Mal in meinem Leben einen ‘richtigen’ Job, es ist also mein allererstes Mal. Dh. ich weiß noch nicht mal genau, in welche Richtung meine Jobsuche sich bewegen soll. Ein Motivationsschreiben für etwas zu schreiben, das einem nicht hundertprozentig geheuer ist, ist von daher schon ein Kraftakt.
Sonnenschein // Januar 29, 2008 um 8:25 Uhr vormittags
österreich ist aus meiner sicht ohnedies ein land, das weltmeisterlich im verdrängen von ALLEM ist. egal worum es sich handelt.
als wir seinerzeit der EU beigetreten sind hat man den dortigen mannen gleich hilfreich unter die Achsel gegriffen und mitgeteilt, wie man das mit den arbeitslosenzahlen und so macht ….
vor allem eben, alle für dumm verkaufen.
manches mal frage ich mich - wenn sie glauben, dass das volk so dumm ist - bedeutet das nicht auch, dass die vom volk gewählten vertreter ebenfalls diesem level entsprechen?
kipet // Januar 29, 2008 um 11:43 Uhr vormittags
@ namenlos: zuallererst: willkommen auf meinem weblog!
die erfolgsmeldungen vom AMS sind wirklich ein witz. vor allem, wenn man bedenkt, dass arbeitslose, die in schulungen stecken bzw. zwangsgeschult werden (sprich mit kursen beglückt werden, die KEINEM etwas bringen), nicht als arbeitslose in den statistiken aufscheinen. ich wünsche ihnen, namenlos, dass sich das blatt für sie bald wendet! LG kipet
@ frau waldbrand: dieses aufraffen, voll motivation das x-te motivationsschreiben zu verfassen, ist tatsächlich ein kraftakt sondergleichen. die ständigen absagen gehen schwer an die substanz und mindern das selbstwertgefühl eines jeden arbeitssuchenden. wen wundert es, dass auch mal eine zeit kommt, wo man diese kraft - motivationsschreiben schreiben - einfach nicht aufbringen kann?
doch lassen sie sich nicht unterkriegen, frau waldbrand. sie stehen am anfang ihres berufslebens und ich bin mir sicher, dass sie in absehbarer zeit den richtigen job für sich finden werden! *daumendrück* LG kipet
@ sonnenschein: erst einmal danke fürs daumen drücken. bis jetzt hat sich natürlich noch niemand auf mein bewerbungs-mail gemeldet - aber mein schreiben ist ja auch erst zwei tage her … (inkl. SO, also sollte man das nicht so eng sehen!)
irgendwo hab ich einmal gelesen: ein volk kriegt die regierung, die es verdient … dürfte wohl ein bisschen in ihrem sinne sein.
was mich schier narrisch macht ist, dass unsere politik vor tatsachen wie niedrige gehälter - im gegenzug dazu: ins unglaubliche steigende mieten, strom- und gas-preise, lebensmittelpreise, benzinpreise etc. die augen verschließt und die EU tönt, wir wären das 11.-reichste land der erde, also dürfen wir auch eine menge ökosteuer zahlen, weil wir in den EU-pot eh so wenig einzahlen (*lol*) … “bitte, danke, noch ein bisserl mehr auf den deckel”, genauso stell ich mir unsere politiker katzbuckelnd vor dem EU-ausschuss vor.
langsam muss ich mich fragen: wer schützt das volk vor solchen politikern, die nicht im sinne ihrer ARBEITGEBER (uns österreicher) handeln? und: wen wählt man WIRKLICH am besten? keinen? … bringt ja auch nix …
sisou // Januar 29, 2008 um 10:30 Uhr nachmittags
Auch von mir ein ganz dolles Daumendrücken. Ja, je länger man raus ist und sich umsonst “angeboten” hat, desto weniger wollen einem die Motivationsschreiben von der Hand gehen. Dazu fehlt nämlich das Selbstvertrauen, welches einem Stück für Stück abhanden kommt.
kipet // Januar 30, 2008 um 1:29 Uhr nachmittags
leider stimmt das, sisou. alles eine frage des selbstvertrauens. und das ist bei mir an manchen tagen ok, an anderen fantastisch, aber an vielen tagen kaum noch vorhanden. und mit jeder absage sinkt es ein kleines stückerl tiefer!
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