tagebuch einer (pseudo)arbeitslosen

bewerbungsgespräch die x-te – klappe uuuund ACTION

Februar 1, 2008 · 9 Kommentare

mein motivationsschreiben, das ich letzten sonntag verfasst habe, ist auf fruchtbaren boden gefallen …

ich staune nicht schlecht, als diesen mittwoch die antwort auf mein erstes motivationsschreiben in diesem jahr eintrudelt: „… vielen Dank für Ihre Bewerbung. Gerne laden wir Sie zu einem Gespräch ein und schlagen dafür Freitag, den 01. Februar um 09.30 Uhr vor. Sollte der Termin für Sie nicht möglich sein, bitte um Nachricht.“

von wegen „sollte der termin für sie nicht möglich sein …“! gestellt bin ich! pünktlich! …. obwohl … pünktlich. einer meiner schwachpunkte in meinem dasein. na ja, wird doch wohl zu schaffen sein. ich bestätige den termin bei der firma XX und bin guter dinge.

die nacht vom mitwoch auf den donnerstag bringt mir einen wahnsinnigen alptraum ein. hat irgendwas mit nicht bewegen können zu tun … ich wache schweißgebadet auf, unfähig meine arme zu heben, ganz so, als wäre ich gefesselt. wie eine psychiatrie-patientin kurz vor der elektroschocktherapie. ich fluche auch lauthals vor mich hin, als ich so im wachwerden bin – kätzchen beobachtet mich sehr erstaunt! ich glaube, man muss nicht gerade eine professionelle psychologin sein um diesen traum zu interpretieren.

heute früh: der wecker klingelt pünktlich um sieben. ich stehe auf, erledige mit kätzchen unser morgendliches begrüßungsritual, schaue, dass mein tierchen zu fressen und frisches wasser hat, mache mir einen tee, lese die neusten nachrichten im web, dusche und ziehe mich an. um 9 uhr verlasse ich meine wohnung. zeit genug.

ABER, wie’s der teufel will: es kommt keine straßenbahn daher! irgendwie hat sich der öffi-gott gegen mich verschworen! das ist nun schon das dritte mal, dass keine bim kommt und ich mal wo pünktlich erscheinen soll! also schnappe ich mir das nächste taxi. wieder sind 10 euro weg. wenigstens bin ich pünktlich.

mauer mit videoüberwachung

ich stehe vor einer drei meter hohen mauer. ein elektronisches hochsicherheitsgitter, durch das die autos der angestellten fahren können, und links davon die metall-eingangstür samt videoüberwachung. wow! das muss aber wirklich ein top-secret-laden sein. ich komme mir vor wie „jane bond – in geheimer mission“. ich drücke den klingelknopf … nix tut sich.

hab ich zu kurz geklingelt? ich wage es noch einmal … surrrr … die videokamera bewegt sich in meine richtung, es meldet sich ein metallisches „ja?“ „äh, ich bin frau kipet und habe einen termin bei frau Y“, und ein worauf hab ich mich da wieder eingelassen stiehlt sich in meine gedankenwelt. die tür springt auf, ich betrete „mondbasis gamma-omega„. drinnen im top-secret-land ist ein riesiger parkplatz – ohne autos. soll ich mich wundern? rechts vom eingang geht ein gewundener pfad zu einem gläsernen rondeau. jane bond begibt sich todesmutig in die höhle des löwen. ich erklimme eine wendeltreppe und …

… ein freundlicher mittvierziger öffnet mir die türe, gibt mir die hand und sagt: „willkommen frau kipet, ich bin herr xx, mir gehört die firma xx.“ er führt mich gleich in das besprechungszimmer, fragt, ob ich kaffee oder ein glas wasser haben will, nimmt mir meinen mantel ab, hängt ihn auf – und los geht’s, das bewerbungsgespräch.

wir sondieren das terrain, besprechen meine möglichkeiten, seine möglichkeiten, das gehalt (das leider nicht gerade üppig ausfallen würde), er erzählt, dass nur zwanzig leute in seinem betrieb arbeiten und sie eine art familie wären und er denkt, dass das mit mir schon gut klappen könnte. ich werfe meinen kurs in die waagschale, der ja noch bis anfang märz geht. herr xx meint, dass das kein problem wäre, weil sie nicht unbedingt dringend jemand brauchen. ich soll erst einmal den kurs machen und danach kann ich mich bei ihm melden, ob ich wirklich bei ihnen arbeiten will.

als alles besprochen und gesagt ist, verabschiedet er sich höflich von mir und ich verlasse die „mondbasis gamma-omega“. hinter diesen drei-meter-mauern versteckt sich ein anscheinend sehr nettes unternehmen, das aufgrund seiner größe leider nicht so ganz meine monetären erwartungen erfüllt.

die nächsten wochen werde ich in mich gehen. ich habe ja gott sei dank zeit genug um abzuwägen ob ich den job nehme, damit ich wieder ein bein ins business bringe oder ob ich noch ein paar motivationsschreiben schreiben werde. die entscheidung liegt jedenfalls bei mir!

Kategorien: arbeitsloses

9 Antworten bis hierher ↓

  • kipet // Februar 1, 2008 um 2:29 | Antworten

    ach ja, nur um es gleich zu sagen: das foto ist ABSICHTLICH nicht megamäßig professionell gestaltet … ich sage nur: künstlerische freiheit … :-)

  • frabu // Februar 1, 2008 um 4:22 | Antworten

    klingt gut!
    fingers crossed …

  • Cora // Februar 4, 2008 um 7:34 | Antworten

    … Vor allem die Geschichte mit dem Alptraum ist ein interessanter Faktor: „wieder (Arbeits-)Fesseln angelegt bekommen …“ Das würde ich mal als passionierte Hobbypsychologin annehmen.

    Geld hin oder her, Du solltest Dir wirklich überlegen, was Du willst. Jetzt verlockt der Job, endlich wieder arbeiten gehen dürfen, Geld, das verdient wieder ins Haus kommt. (Nicht, dass man das Arbeitslosengeld NICHT verdient hätte – man zahlt jahrelang in diesen Pot ein – für den Fall des Falles.) Andererseis kommt Dein Leben wieder „auf Schiene“ …

    Keine leichte Entscheidung, Kipet. Lass bitte hören, wie Du Dich entschieden hast!

    Alles Liebe, Cora

  • kipet // Februar 5, 2008 um 6:37 | Antworten

    ich werde euch am laufenden halten, versprochen! :-)

    LG kipet

  • sisou // Februar 7, 2008 um 8:24 | Antworten

    Die Entscheidung liegt bei dir? Das sind doch mal hervorragende Aussichten. Auch, wenn die Entscheidung nicht leicht ist…

  • kipet // Februar 7, 2008 um 7:12 | Antworten

    mhm, die entscheidung liegt anscheinend tatsächlich bei mir. eine erschreckende vostellung! ;-)

  • frabu // Februar 7, 2008 um 11:05 | Antworten

    ja, entscheidungen liegen immer bei einem selbst.
    ich denke, man sollte aber auch immer versuchen in sich hinein zu hören – was will ich wirklich? besteht vielleicht auch die möglichkeit mehreres unter einen hut zu bekommen?
    sollte man vielleicht auch in irgendeiner form so etwas wie kompromisse andenken?
    in sich überprüfen – hatte ich mal irgendwelche ziele, irgendwelche besonderen fähigkeiten wo sich vielleicht auch im augenblick die möglichkeit bietet diese wahrzunehmen und einen langgehegten traum, einer vision helfen geboren und in die tat umgesetzt zu werden?

    ich finde das irr spannend und eine absolute wende …

  • wat nu gnädjiche frau? « tagebuch einer (pseudo)arbeitslosen // März 10, 2008 um 11:46 | Antworten

    [...] habe (klickt bitte hier) – mit meiner AMS-dame kriegsrat: was passiert, wenn es mit dem job (infos dazu bitte hier klicken), den ich in aussicht habe, doch nicht klappen sollte? zahlt mir dann das AMS einen teil des [...]

  • schnupfennase, pickelalarm - und: back on tracks! « tagebuch einer (pseudo)arbeitslosen // März 12, 2008 um 1:31 | Antworten

    [...] mit einem stählernen tor und einer überwachungskamera. genau, diejenigen, die diesen artikel (klick) kennen, wissen nun wo ich bin. aber ich will die anderen, die diesen artikel [...]

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