tagebuch einer (pseudo)arbeitslosen

was muss alles in ein motivationsschreiben

Februar 28, 2008 · 4 Kommentare

eine wichtige suchanfrage, um die ich mich heute annehme

tipps zum motivationsschreiben:

wichtig ist sich immer vor augen zu halten: ich schreibe EIN bewerbungsschreiben, der empfänger (sprich der vielleicht-boss oder der head-hunter oder der personalmensch) liest X motivationsschreiben.

daher: kurz halten – maximal 2 bis 4 absätze sollte das eigentliche motivationsschreiben umfassen, der lebenslauf (oder wie man grad so hipp sagt: CV) sollte sich um die 2-3 seiten erstrecken – keine langmächtigen erklärungen, das kann man alles im bewerbungsgespräch selber klären.

informativ sein: personalisten sind „überleser“, sie überfliegen das gelesene. deswegen struktur ins schreiben bringen. prägnant schreiben, kein blabla. wichtiges hervorheben – ev. fett oder kursiv. handschriftliche bewerbungsschreiben waren einmal (außer, es wird extra verlangt, was es immer noch gibt), am PC schreiben.

verkauft euch, sprich: schreibt werbend! überlegt euch zuerst genau: die leute sollen wissen, wieso sie ausgerechnet euch haben wollen. dieser punkt sollte überhaupt der mittelpunkt eures motivationsschreibens sein. geraten wird, sich auf zwei, drei kernargumente zu beschränken. deswegen ist es auch gut, sich vorab im web über die firma zu informieren. der empfänger eures schreibens soll nicht mit überqualifikationen überflutet werden – stimmt euer bewerbungsschreiben genau auf die anforderungen des möglichen arbeitsgebers ab.

noch ein paar andere tipps zum motivationsschreiben:

prinzipiell, wenn man eine jobanzeige entdeckt, die dazu reizt ein motivationsschreiben zu verfassen: genau durchlesen. besonders den absatz, wo erklärt wird, welche voraussetzungen man als bewerber mitbringen sollte. die betonung liegt auf „sollte“, denn erfüllt man nicht alle punkte: keine panik! KEIN mensch kann sämtlich punkte, die ein vielleicht-boss sich bei seinem zukünftigen mitarbeiter wünscht, erfüllen. oder zumindest kann das kaum wer … (ich sage nur „superbarbie„)

was immer gut ankommt, und wenn es aus der anzeige nicht klar ersichtlich ist: bei der firma anrufen und nach dem namen des ansprechpartners fragen – im schlimmsten fall den namen buchstabieren lassen, es gibt ja die abenteuerlichsten schreibweisen.

solltet ihr schon einmal anrufen, weil es wieder nicht klar aus der stellenanzeige hervorgeht: gleich fragen, ob ihr eure dienstzeugnisse mitschicken sollt oder ob es reicht, wenn ihr die zum bewerbungsgespräch mitbringt. meistens geschehen motivationsschreiben heute via e-mail und wenn man da massen an zeugnisse dran hängt, freut das den empfänger wenig. (man verliert schon mal die geduld, wenn man eine datei öffenen soll, die ewig dauert um geöffnet zu werden, weil unendlich viele zeugnisse dran hängen!)

auch nicht schlecht, wenn man – sollte die firma eine homepage haben – schon mal ein bisserl im internet vorfühlt: firmenpolitik, produkte, umgangston … danach kann ich auch schon mal leise mein motivationsschreiben vorkonzipieren – salopper ton auf der webpage, da muss man auch nicht stocksteif formulieren.

Betrifft: Stellenausschreibung zum … schreibt man heute nimmer. man lässt das „Betrifft:“ einfach weg und schreibt nur zB. Bewerbung als

wenn bekannt, sich immer auf eine referenz beziehen.

danach kommt die persönliche anrede: „sehr geehrter herr maier“ / „sehr geehrte frau müller“ – in österreich sehr wichtig: titel nicht vergessen – also prof., dr., mag., dipl.ing. etc. im schlimmsten fall darf man wohl doch bei „sehr geehrte damen und herren“ bleiben, obwohl das nimmer so gern gesehen ist.

… und los geht’s!

ein kleiner tipp zum abschluss: „google your name“ – eine praxis, die in den USA zum bewerbungsalltag gehört und was viele US-personalisten automatisch tun bevor sie jemand zum bewerbungsgespräch einladen: einfach den eigenen namen ins google-suchfenster eingeben, enter / oder auf „goolge-suche“ klicken, und oft staunt man nicht schlecht! wer schon mal auch nur bei einer unterschriftenliste im web seinen namen vermerkt hat, ist google-bar! ist nie schlecht sich auf unerwartete fragen wie „wieso haben sie damals bei dem volksbegehren gegen (hausnummer) zwentendorf mitgemacht?“ vorbereiten kann. man steht doch recht perplex da, wenn ein personalist einem so eine frage ins gesicht schleudert – einfach gehirnwindungen werkeln lassen und sich eine antwort überlegen, die man im besten fall auch wieder auf die interessen der firma abstimmt.

toi, toi, toi euch allen!

Kategorien: arbeitsloses

4 Antworten bis hierher ↓

  • frabu // Februar 29, 2008 um 10:12 | Antworten

    gute sache!

  • kipet // Februar 29, 2008 um 10:33 | Antworten

    wenn man zum ersten mal ein motivationsschreiben verfasst, weiß man sicherlich nicht immer, was man da zu schreiben hat. kurz halten, präzise sein, werbend schreiben. das ist das um und auf einer guten bewerbung. WAS man dann hinein schreibt ist eine persönliche angelegenheit, aus der auch die personalisten schon einmal etwas über dich selbst herauslesen können. hierzu hat man eigentlich kein KOCHREZEPT … klar, es gibt floskeln, die man anwenden kann, nur sind die meist so stocksteif, dass ich sie nicht sonderlich attraktiv finde.

    wie gesagt: ein personalist überliest bewerbungen nur. hängen bleibt er an persönlichen eigenheiten und stilistisch gesetzten kernargumente.

    ein bewerbungsschreiben artet schon mal in eine gratwanderung aus – sicher, ob dein schreiben ankommt, kannst du eigentlich nie sein.

  • sisou // Februar 29, 2008 um 1:50 | Antworten

    *seufz* Das ist allerdings eine Gratwanderung. Schreibt man o815, dann geht man im Wust unter. Schreibt man zu individuell, dann muss das auch nicht immer gut ankommen. Schwierige Frage.

    Ich denke mir mittlerweile, wenn es das Richtige ist, dann wird es auch klappen – wenn nicht, war es halt nicht das Richtige.

    Den Namen zu googeln finde ich überhaupt mal eine gute Idee. Hatte ich neulich auch gemacht – allerdings nur für mich – um zu sehen, was so von mir im Netz kursiert. Unverständlich für mich, was teilweise für private Dinge/Daten/Bilder im Netz veröffentlich werden. Aber… jeder tickt anders. ;-)

  • kipet // Februar 29, 2008 um 7:07 | Antworten

    ich denke genau wie du, sisou. wenn der (bewerbungs)stil nicht ins firmengefüge passt, passt’s als ganzes nicht und hat dann schon seine richtigkeit.

    @google your name: wenn man bedenkt, wie oft man gewarnt wird nicht zuviel über sich preis zu geben, da ist es mir schon unverständlich was man an dingen, die besser privat bleiben sollten, im web findet! :-o

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