tagebuch einer (pseudo)arbeitslosen

verbalklatsche

April 4, 2008 · 9 Kommentare

unfreiwillig belauschtes gespräch in der WIFI-mensa …

boss 1: … also in meiner firma schauen wir schon drauf, dass wir so wenig angestellte wie möglich haben.
boss 2: das machen wir auch so. momentan sind wir zu zweit, meistens arbeiten halt freelancer zu, aber eigentlich wollen wir es dabei belassen.
boss 1: wir sind zu dritt. mein freund und ich und eine empfangsdame-sekretärin in einem.
boss 2: vor allem, wenn man bedenkt, was personal kostet!
boss 1: genau. und dann wollen sie auch noch vielleicht eine gehaltserhöhung. nein. net mit uns. wir halten uns die leut schon unten. wenn sie als freelancer arbeiten sind die froh über jeden job den sie kriegen. da kannst ziemlich mit dem geld drücken.
boss 2: genau …

ich dreh mich um und schau mir die beiden musterknaben genauer an. boss 1 sieht das und lüftet die augenbraue in billiger missbilligung ob meiner ganz offensichtlich aufgestellten lauscher und trötet in selbstmörderischer absicht …

boss 1: na, haben’s dazu was zu melden?
ich: eigentlich schon … 

dreimal darf geraten werden, wie das gespräch weiter verlaufen ist … ;-)

Kategorien: (zwischen)menschliches · arbeitsloses

9 Antworten so far ↓

  • frabu // April 4, 2008 um 7:31 Uhr nachmittags

    was heisst das im klartext?

    ran an den wagen!
    eigenverantwortung.
    eigenes unternehmen.
    sich nicht in die knie zwingen lassen!

    dann können SOLCHE “sozialschmarotzer - sozialausnützer” selber mal arbeiten und bekommen noch dazu konkurrenz ….

  • Cora // April 5, 2008 um 11:20 Uhr vormittags

    voll krass!
    diesen typen hast du hoffentlich ordentlich die meinung gegeigt!
    können die sich nicht daran erinnern wie es damals war, als sie noch auf jobsuche klinkenputzen gegangen sind?

  • kipet // April 5, 2008 um 11:22 Uhr vormittags

    also ich hab sicherlich mit meiner meinung nicht hinterm berg gehalten. es kam dabei sogar ein recht konstruktives gespräch heraus. ich denke aber nicht, dass die beiden herren ihre einstellung ändern werden. wozu denn auch, es funktioniert ja auf ihrer seite …

  • Frau Weitergelesen // April 6, 2008 um 9:35 Uhr vormittags

    Irgendwer findet sich immer, der für weniger Geld arbeitet. Besonders bei den Freelancern. Das haben die Herren vollkommen richtig erkannt. Das ist ein Teufelskreislauf - ein frustrierender. :evil:

  • kipet // April 6, 2008 um 2:46 Uhr nachmittags

    Irgendwoher muß ja die Butter aufs Brot kommen, und so bleiben oft nur mehr schlecht bezahlte Freelanzertätigkeiten und der 1-Euro-Job u.ä.

  • Coltaine // April 7, 2008 um 10:32 Uhr vormittags

    Aus Sicht der Chefs sind die Personalkosten schon enorm, und wenn die Herren ihre Arbeit selbst erledigen, sei ihnen auch der Verdienst vergönnt. Was dann eher nervt, sind die selbst auferlegten Zwänge, auch dieses Jahr und nächstes Jahr in 2stelliger Höhe Gewinnprozente einzufahren. Nebenbei bemerkt, die gleichen Prozentzahlen auf das bereits Erreichte diesen Jahres. So etwas ist einfach nur dämlich O.o
    Mal sehen, wann die Herren und Damen ohne-Geldsorgen feststellen, dass irgendjemand ihre Produkte kaufen können muss…
    Erkenntnisse, die aus den Anfängen des vorigen Jahrhunderts stammen, scheinen sich schon wieder erledigt zu haben.

  • kipet // April 7, 2008 um 10:59 Uhr vormittags

    vor meinem inneren auge entspinnt sich ein wenig erfreuliches zukunftsszenario:

    in den läden stapeln sich produkte, die sich nur noch wenig privilegierte gutverdiener leisten können: fernseher, urlaube, auto, möbel, bestimmte nahrungsmittel …

    die erzeuger selbst haben nun zwei möglichkeiten: erstens: pleite zu gehen, oder zweitens: die preise hoch zu schrauben, damit sie nicht mit “minus bis null” aussteigen. das wird dann aber den wenigen gutverdienern nicht sehr schmecken, denn irgendwann können auch sie sich solche preise nicht mehr leisten.

    über kurz oder lang werden wir ins mittelalter zurück geworfen. bauern, leibeigene und feudalherren werden in unserer oh-so-westlichen-und-zivilisierten welt leben … back to square one! ;-)

  • Coltaine // April 7, 2008 um 1:00 Uhr nachmittags

    wer sagt denn, dass wir nicht heute schon diese Verhältnisse haben? Nur auf etwas höherem Niveau ^^
    Mir persönlich ist niemand bekannt, der durch Arbeit allein reich geworden ist *g*
    Die Abhängigkeit ist damals wie heute vorhanden, nur die Namen ändern sich hin und wieder. ;-)

  • kipet // April 7, 2008 um 1:06 Uhr nachmittags

    … ich wollte ja nicht gleich alle meine leser mutlos zurück lassen … ;-)

    aber leider beinhaltet das was du scheibst/sagst mehr als nur ein körnchen wahrheit!

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