tagebuch einer (pseudo)arbeitslosen

Eigentlich …

Dezember 16, 2008 · 9 Kommentare

… bin ich Euch allen ja noch eine Story schuldig – die Story „Hilfe, ich habe einen Job …!“

Genau, liebe Leser: Ich bin fündig geworden. Oder besser gesagt: Das AMS hat seinen Job gemacht. 

Vor rund einem Monat flatterte ein Schreiben vom AMS in meine Mailbox: „Liebe Frau Kipet, wir haben Sie für folgende Stellenausschreibung vorgemerkt: BLAblaBLAblaBLAbla …

Kriegt man das vom AMS zugeschickt hilft kein Zaudern und kein Raunzen: ein Motivationsschreiben an die vorgeschlagene Stelle MUSS in den Äther geschickt werden. Andernfalls drohen selbstredend Straften seitens der Behörde – in Form von Geldkürzungen bzw. – streichungen. Und das nicht einmal für einen gar zu knapp bemessenen Zeitraum.

Also setzte ich mich damals an meinen Laptop, tippte eine flotte Motivationsmail runter, hängte meinen CV dran – samt Foto – und schickte das ganze Paket an eine sozial orientierte Organisation … und wartete … und wartete. War etwa die soziale Organisation nicht sozial genug um mir auf mein Motivationsschreiben zu antworten?

In der Zwischenzeit hatte ich wieder einen Termin bei meiner neuen AMS-Dame, die mir regelrecht lieb zuredete und meinte, ich solle doch dort mal anrufen.

Was ich dann auch gleich tat.

„Was, Sie wurden von uns noch nicht angerufen?“, schallte ein entsetztes Echo aus meinem Handy. „Das gibt’s doch nicht! Und wir dachten schon … Nein, da müssen wir uns sofort einen Termin ausmachen. Frau Kipet, können Sie am 12.11. um 10 Uhr bei uns sein? Bitte bringen Sie alle Unterlagen, auch die Empfehlungsschreiben, mit.“

So kam es, dass ich a 12.11. vorstellig wurde, bei jener sozialen Organisation. Um es kurz zu machen: ich betrat eine neue Welt. Nicht, dass sämtliche bislang abgeklapperten Jobeventualitäten unfreundlich gewesen wären, nein, bei Leibe nicht. Nur dort waren einfach ALLE, ausnahmslos JEDER freundlich. Man grinste mich an, sagte „Hallo“, war nett und freundlich und höflich. Mir wurde sofort ein Glas Wasser angeboten, das Warten wurde mir auch nicht schwer gemacht, weil eine Menge interessanter Broschüren auflagen …

Und ich traf natürlich auf meine zukünftige Chefin. Sofort war mir klar: ich stand einer sehr beeindruckenden Frau gegenüber. Sehr groß, sehr schlank, sehr hübsch, sehr aktiv. Eine Powerfrau im schönsten Sinne des Wortes.

Mein Vorstellungsgespräch selbst fand ich dann weniger toll. Einfach, weil ich Fieber hatte und eigentlich im Bett hätte bleiben sollen. Die Gehirnwindungen waren von verschnupften Blockaden einfach nicht frei genug um schlagkräftig zu denken und reagieren. Eigentlich machte ich mir nach diesem Gespräch eher wenig Hoffnung auf diesen Job.

Ich wartete wieder. Nach dem Gespräch wurden mir zwar zwei Wochen Bedenkzeit seitens der Firma versprochen, jedoch zog sich die Entscheidungsphase offensichtlich noch ein Weilchen hinaus. 

Und dann kam er, der erlösende Anruf. Mitten am Weihnachtsmarkt zwischen quengelnden italienischen Kunden und einer kleineren Russenschar. Die Italiener wollten handeln, die Russen kaufen, mein neuer Boss telefonisch das OK durchgeben. Chaos pur. Ich bat die Italiener und Russen um ein, zwei Minuten Sprechpause, hüstelte heiser mein erfreutes „Fein!“ ins Telefon und machte einen weiteren Termin klar.

Somit ist es nun amtlich, liebe Leser: Ab Jänner 2009 gehöre ich wieder der (halbtags)arbeitenden Zunft an. Eine spannende und aufregende Zeit steht mir bevor! :-)

Kategorien: arbeitendes · arbeitsloses

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