Über Umverteilungen, Managergehälter und kleinere Frechheiten
Letztens – genauer gesagt am 8. April, titelte der Kurier „Angriff auf den Geldsack“. Inhalt dieses Werkes waren die derzeitigen Gespräche unserer Herren und Frauen Minister bezüglich der Einführung einer volksmundlerisch betitelten „Reichensteuer“. Der Weg aus der Krise? Lasst die „Geldsäcke“ blechen. Na ja. das war eher der O-Ton der ganzen Story. Aber hilft’s wirklich was? Und andererseits: Sinn für soziale Verantwortung … gibt es den überhaupt? Wer trainiert einem diesen Sinn an? Die Gesellschaft, die Schule oder die Familie? Wo setzt man an?
Tatsächlich ist es so, dass die Einkommensverteilung in Österreich gelinde gesagt „ungerecht“ verteilt ist. Die Armut steigt und immer mehr Menschen sind stark armutsgefährdet. Die Heerscharen der so genannten „working poor“ – zu denen ich mich freudigerweise auch zählen darf – werden immer gigantischer. Jeder bibbert und bangt, traut sich den Mund nicht mehr aufmachen, weil er Angst hat danach ohne Job dazustehen.
Im Gegenzug haben wir hier die Manager. Topmanager. Männer und Frauen die wissen (sollten) was sie tun. Wissen sie’s denn wirklich? Wer hat die Spirale der Rezession denn wirklich losgetreten? Kann man diese Schuld jemandem zuweisen?
Mir kommt gelinde gesagt das KOTZEN wenn ich lese, dass sich die Belegschaft einer Österreichische Großbank, die vom Staat ein fesches fettes Finanzpackerl unter den Allerwertesten geschoben bekam, sich in Schladming zu 4000 Personenstärken ein feines Wochenende mit allem Luxus gönnt. Die Bank kriegt und gibt … aus. Nicht her. Die Thematik der hinterfiesesten Unart der Bonuszahlungen bei Bankrott einer Firma will ich ja gar nicht erst anschneiden.
Angesichts all dieser Feinheiten in unserer Welt wage ich es kaum mehr den Fernseher einzuschalten, weil mich sonst schlicht der Umschlag trifft vor lauter Wut und Zorn.
In eben oben kurzzeitig erwähnten Kurier-Artikel stach mir aber noch ein Absatz besonders ins Auge: Herr Marterbauer vom WIFO-Institut trat zwar auf die Frage bezüglich „Reichensteuer“ wohlgemein ins Fahrtwasser der allgemein herrschenden „Nieder-mit-den-Reichen-Stimmung“ in unserem Land, gab dann aber doch noch einen patzigen Nachsatz in Richtung Arbeitslose: „… Die Kosten der Krise würden nämlich vor allem Arbeitslose tragen. Darunter sind viele junge, die keinen Job kriegen – also die, die nichts dafür können!“
Jugendarbeitslosigkeit ist trist, keine Frage. (Arbeitslosigkeit generell ist trist!)
Aber … Äh … Können andere Arbeitslose (also alle, die nimmer JUNG sind) was DAFÜR, dass sie arbeitslos sind?
Euch allen, liebe Leser, wünsche ich noch ein frohes Osterfest!

Alles Liebe, Kipet



1 Antwort bis hierher ↓
Sonnenschein // April 12, 2009 um 6:43 |
schön, dich hier wieder mal vorzufinden!
und super, dass du zu diesem thema schreibst.
- traurig jedoch, dass wir KLEINEN zur veränderung nicht wirklich etwas beitragen können.
- traurig, dass verursacher und möchte-gern-super-erfolgsmensch-sein-typen nicht wirklich das zeug haben weltweit verbessernde handlungen zu setzen und sich erheblich überschätzen.
- traurig, dass diese leute nicht merken, dass sie selbst nur mittelmässige hassadeure mit nicht vorhandener sozialer kompetenz und egoisten sind.
- traurig, dass man uns immer erzählt und blödmachend weiss machen will, wie reich unser ach so wunderschönes heimatland ist.
- traurig, dass man bei solchen aussagen vergisst, dass es, der einigermassen gut gehenden mittelklasse sehr, sehr rasch – sehr, sehr schlecht gehen kann, in die armut versinkt.
- traurig, dass diese schere nach unten sehr rasch vor sich geht.
- traurig, dass diese unfähigen hassadeure als auch die politischen volksverblöder selbst aufgrund ihres status vom gürtel enger schnallen müssen nicht wirklich etwas spüren.
- traurig, dass man dann schlussendlich auch noch die frechheit besitzt, selbst zwar im trockenen zu sitzen obwohl man scheisse gebaut hat, jedoch den leuten, die man bereits um das mühsam ersparte bisschen gebracht hat, durch zusätzliche zahlungen aus dem steuer = allgemeintopf nochmals schröpft in dem man „stützungszahlungen“ an die verursacher vornimmt.
wohin soll das noch führen?
kennen wir diese verrohte gesellschaftsform nicht bereits aus der gschichte?
warum ist die menschheit so gepolt, dass sie aus der vergangenheit nichts lernen will oder kann?