
Schwachleister … was ist ein „Schwachleister“?
Schwachleister leisten wohl schwache Arbeit.
Doch was ist heute „schwache Arbeit“ – wie definiert man das? Leistet man „schwache Arbeit“ wenn man das Jobvolumen, das einem aufgebrummt wird einfach nimmer schaffen kann, weil noch etliche Entlassungen davor den Job den man heute allein verrichten muss von wenigstens zwei weiteren Kollegen mitgetragen wurde?
Oder ist ein „Schwachleister“ ein Angestellter, der miese Arbeitsbedingungen lauthals in die Welt schreit und nicht kuscht und brav im Hamsterrad seinen Dienst tut? Sind also „Schwachleister“ unangenehme Arbeiter, die sich zur Wehr setzen?
Und: 2.100 … man lasse sich bitte mal diese Zahl auf der Zunge zergehen … 2.100 “Schwachleister“ muss man erst mal finanziell ein paar Jährchen tragen, die man nun so fesch und frei gehen lässt. Waren diese 2.100 Menschen schon immer „Schwachleister“ oder sind sie das erst im Zuge der Rezession geworden?
Wenn in Indien, ein Land in dem die Schere Arm-Reich mehr und plakativer auseinander driftet als sonst wo auf Erden, Arbeiter FREIWILLIG gehen, sollte man sich überlegen WIESO diese Menschen das tun. Was passiert in dieser indischen Firma INFOSYS, dass Leute lieber arbeitslos auf der Straße stehen und als „Schwachleister“ gelten anstatt sich der Diktatur des Hamsterrades namens „Arbeit“ zu unterwerfen?
Hiermit nominiere ich das Wort „Schwachleister“ als Unwort des Jahres 2009!



3 Antworten bis hierher ↓
Elli // April 16, 2009 um 6:08 |
Dein Unwort für das Jahr 2009 ist grandios, genauso deine Ansagen, leider und ich kann alles bestätigen, alles trifft leider zu…auch wenn ich jetzt eine Wortwiederholung getätigt habe, aber es musste sein.
In Zeiten von Rezession – und die wurde nur von den Medien geschürt, denn es wäre nicht so gekommen, wenn es nicht so geputscht würde, denn es betraf doch nur ein paar total Reiche – und da könnte man jetzt stundenlang diskutieren – es fängt dadurch auch an allen „Schichten“ zu greifen an….hätte nicht sein müssen…
Alleine das Wort für „Schwachleister“ – die es sicher immer gab oder geben wird…ist dermassen diskriminierend, dass es zum Himmel schreit. Wo ist der soziale Aspekt im Umgang mit den Menschen geblieben, das frage ich mich wirklich…sehr schlimm…
Sonnenschein // April 17, 2009 um 1:42 |
ich war gestern in einem vortrag des viktor frankl institutes.
die vortragende – frau dr. boglarka hadinger – erzählte, dass zum beispiel ein manager in seinem betrieb eine umfrage getätigt hat, wie viel persönliches potential die angestellten einbringen. im schnitt gaben die leute 80 % an. daraufhin kamen die lieben chefs auf die idee, dass da ja noch 20 % abzuschöpfen sei …
die frage –
wo bleibt dann noch irgend ein spielraum für den einzelnen?
wo bleibt genug raum und zeit und kraft für das persönliche leben, die familie?
ist das nicht die einladung bzw. der startschuss für ein handfestes burnout?
erinnert mich irgendwie an die sklaverei.
kipet // April 20, 2009 um 9:59 |
Na ja, leider haben so ein paar Menschen ein paar absurde Ideen über die „paar“ Indianer in dieser Welt.
Seltsam, beinahe 280.000 Menschen sind in Österreich arbeitslos. Wo ist hier nun die Gewerkschaft, die mal wirklich was sinnvolles ins Leben boxen könnte? Warum gibt es noch keine Arbeitslosengewerkschaft?!