tagebuch einer (pseudo)arbeitslosen

Online-Kurier: Onlinespionage durch Chefs nimmt deutlich zu

August 22, 2009 · 1 Kommentar

Ein interessanter Artikel für alle XING-, FACEBOOK- & Co-Fans: Web 2.0 wird zur unangenehmen Fundgrube für Bewerber und Mitarbeiter. Chefs schnüffeln in sozialen Netzwerken. [Den ganzen Artikel könnt Ihr hier lesen.]

Wie oft krieg ich das in meinen E-Mail-Account hinein: Einladungen die Community namens „Facebook“ mit meinem Beitritt zu beglücken. Mittlerweile habe ich diese Einladungen auf SPAM gesetzt.

Eine liebe Freundin von mir ist jedoch so einer Einladung gefolgt. Sie meldete sich an, veröffentlichte dies und jenes über sich und sicherte ihren ganzen Sermon. Die erste Panne dieser tollen Facebook-Geschichte: Als sie sich ausloggte bekamen – angeblich automatisch – sämtliche Menschen aus ihrem Adressbuch eine Einladung Facebook beizutreten. Darunter waren Universitätsprofessoren, Leute, mit denen sie – aus welchen Gründen auch immer – keinen Kontakt mehr haben wollte aber noch nicht dazu kam sie aus ihrem Adressbuch zu löschen, ehemalige Vielleicht-Chefs … Super peinlich!

Der nächste Fauxpas mit Facebook passierte besagter Freundin – wirklich eine ganz Liebe – keine drei Tage später. Facebook spielt mit seinen Mitgliedern ein leicht seltsames Spiel: da kann man Tests machen im Stile von „wie komme ich bei Männern an?“, oder „welches Sternzeichen passt zu mir?“. Solcherlei Peinlichkeiten. Selbstredend machte meine liebe, naive Freundin dort auch mit. Was soll ich sagen? Wieder wurden ihre Ergebnisse sämtlichen Mail-Bekannten öffentlich gemacht. Angeblich wieder automatisch.

Wie gesagt, ich kenne Facebook nur von Erzählungen her und werde mich davor hüten dieser Community beizutreten. Aber Fakt ist, immer mehr Vielleicht-Bosse checken ihre Vielleicht-Mitarbeiter mehr und mehr über das Internet. „Google your name“ heißt das Schlagwort. Wirklich: probiert es aus – schreibt Euren Namen ins Google-Suchfenster, klickt auf OK – sehet und staunet. Einmal einen Fuß ins Web gesetzt, seid Ihr auf ewig „nachvollziehbar“ – für Jedermann!

Denkt mal darüber nach – warum sollte ein neuer Vielleicht-Boss seine Vielleicht-Mitarbeiter nicht übers Web checken? Immerhin würdet Ihr seine Firma nach außen hin vertreten. Ihr seid seine Visitenkarte in die Geschäftswelt. Macht man nun bei dämlichen Online-Testspielchen mit (wie meine Freundin) kommt das wirklich nicht sonderlich gut bei einem Vielleicht-Boss an. Der Eindruck der – ohne dabei sonderlich die Grauen Zellen strapazieren zu müssen – entsteht ist leicht nachzuvollziehen: leichtsinnig, kindisch, ein bisserl naiv, oder gar ein bisserl dämlich, zu offen, kann keine Geheimnisse für sich behalten, plaudert leichtsinnig über Intimes – wie schaut das denn dann für den Vielleicht-Boss aus? And guess what: nicht nur der Vielleicht-Boss kann Euch im Web checken – auch die Firma mit der Ihr für Euren Vielleicht-Boss verhandelt/arbeitet.

Man braucht wirklich kein Genie zu sein um zu erahnen wie eine Entscheidung eines Vielleicht-Bosses über den Jobbewerber nach Einsicht in derlei Facebook-und-Co-Daten ausfällt, hm?

Ich sehe hinter dieser Praxis nicht wirklich etwas Verwerfliches. Ich würde es wahrscheinlich genauso machen …

Kategorien: Blätterwald · arbeitendes · arbeitsloses

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