von „echten“ und „unechten“ ams-betreuern

interessant ist es schon, dieses werkl namens ams. seit drei monaten tauche ich wenigstens einmal, einmal sogar zweimal, im monat bei einem ams-betreuer auf. bei meinem letzten besuch erfahre ich, dass ich beim nächsten mal bei meinem „echten“ betreuer erscheinen muss.

aber was heißt denn „echter betreuer“? waren die lieben ams-menschen, mit denen ich bis jetzt zu tun hatte denn „falsch“ oder „unecht“?

oder handelte es sich hierbei lediglich um eine art beschäftigungspolitik für arbeitslose? damit uns arbeitslosen eben nicht langweilig wird?

oder bestellt man die arbeitslosen aufs amt, damit man auch sicher ist, dass die „hock’nstaten“ sich keinen schönen lenz in griechenland machen – auf kosten der arbeitenden gesellschaft? eine art kontrollmittel, damit auch nur ja kein temporär-arbeitloser auf den geschmack kommt und sieht „heida, da kann man ja ganz fein blau machen – auf lebenszeit?“

gleich vornweg: sobald man als arbeitsloser registriert ist und arbeitslosengeld bezieht, muss man sich, sobald man sich ins ausland auf urlaub verzupft, beim arbeitsamt (ams) abmelden. ganz so, als hätte man einen job und möchte auf urlaub gehen und man bekommt für die zeit, in der man sich nicht in österreich befindet, auch kein arbeitslosengeld bezahlt. sprich, man nimmt unbezahlten urlaub.

erliegt ein arbeitsloser der freigeistlichen versuchung „auslandsurlaub und arbeitslosengeld“ trotzdem, so sei er gewarnt: sollte das ams dem sonnensuchenden arbeitslosen auf diese linke partie drauf kommen, gibt’s bis zu 6 wochen null knödls …

jetzt aber zurück zu meiner „echten“ ams-betreuerin.

wie gesagt, welch seltsames beschäftigungsspiel treibt denn da das ams … ? und hui, welchen druck der „unechte“ ams-betreuer einem beim letzten besuch macht: von wegen ja pünktlich kommen, nichts vergessen (dokumente, bewerbungen, ablehnungen etc.)!

und nun ist es so weit. ich muss pünktlich um 11.30 uhr bei meinem „echten“ betreuer antanzen. ein für mich recht unangenehmer zustand, denn pünktlichkeit zählt absolut nicht zu meinen stärken. ich werde frisch geschneuzt, gekampelt und pünktlich beim ams im 5. bezirk vorstellig, gehe zum amtszimmer meines mir zugewiesenen „echten“ betreuers und höre ein lakonisches „naaaa, bei mia sans foisch.“

aha.

das war’s, weiters gab’s keine info. ich zwinkere zweimal völlig perplex, stehe ziemlich sicher auch mit total dummen g’schau vor dem ams-menschen und frage – schon ein akt der dreistigkeit – „äh … und an wen soll ich mich bitte wenden?“

der ams-mensch sieht mich an als wäre ich ein außerirdisches insekt: „na bei eananen betreua!“

„sind sie nicht der herr xx?“, getraue ich mich zu fragen.

„ja kloa bin i dea, oba i hob jetztana mittagspause. sie miass’n sich an one ondare person wenden.“

„aha. und an wen, wenn ich bitte fragen darf?“

„jessas na, kennan se sech net aus wie des do rennt?“, unwillig und sehr von oben herab, der gute mann.

„nein, ich war bisher noch nicht arbeitslos, das ist für mich eine unwillkommene premiere“, kommt es schon leicht säuerlich von mir.

unwillig und irgend etwas in seinen bart murmeld dreht sich der nette mensch zu seinem PC, tippt ein paar dinge ein und sagt „gengan’s zur frau yy. die is ob nun eanane betreuerin.“

erleichtert, weil dieser unfreundliche ams-beamte nicht mehr für mich zuständig sein wird, suche ich das zimmer von frau yy. devot, wie das an ämtern gerne gesehn wird, klopfe ich an die türe zum zimmer von frau yy. einmal, zweimal, langsam reißt mein geduldsfaden.

aus dem nebenzimmer tänzelt ein geschniegelter ams-mensch, gekleidet ganz im stile eines möchtegern-großstadt-dandys, aus seinem zimmer: „woins zu mia?“

„nein, ich soll zur frau yy.“

„de is auf mittagspause“, sprachs und tänzelt wieder in seine kemenate.

na fein. beim ams macht alles schon um 11.30 uhr – aber nein, es ist schon 11.45 uhr – mittagspause. das nenn ich arbeitseinsatz! einerseits bestellen sie einen zu einer ganz bestimmten uhrzeit hin, bläueln dir ein, ja pünktlich zu erscheinen, sonstana … und dann sind alle auf mittagspause. und ich HASSE es zu warten. wütend hocke ich mich vor frau yys tür und harre der rückkehr der um 11.45 uhr mittagspausierenden dame.

um 12 uhr tänzelt ein schlankes fräuleinchen in richtung tür zum zimmer von frau yy, ein dickes kaffeehäferl vor sich her tragend. sie erblickt mich und fragt: „sie wollen zu mir?“ überraschung, eine ams-person, die hochdeutsch spricht! ich erkläre frau yy wieso ich schon seit einer halben stunde hier vor ihrer türe hocke. „na dann kommen sie doch bitte herein“, lädt frau yy mich freundlich in ihr zimmer.

sie bittet mich platz zu nehmen, beginnt ein wenig in ihrem computer herumzutippen und fragt mich ein, zwei dinge. danach erklärt sie mir einmal mehr, dass es schwer ist in meiner branche einen job für mich zu finden und verweist mich auf die ams-homepage, wo man doch so fein auf online-jobsuche gehen kann. (erzähl mir doch mal was neues!)

das gespräch mit frau yy verläuft recht angenehm. siedend heiß fällt mir gerade noch der kurs ein, den ich belegt habe und lege frau yy die dokumente und den zahlschein vor.

„da müssen’s aber in zukunft aufpassen. normalerweise läuft das so, dass sie einen kurs beim wifi oder beim bfi entdecken, kommen damit zu mir und melden, dass sie diesen oder jenen kurs gerne machen würden. danach bewilligt unser chef, den sie ja schon kennen gelernt haben, den kurs oder nicht … bezahlt haben sie ihn auch schon? normalerweise ist es so, wenn sie bezahlt haben, heißt das für uns, sie haben das geld parat und basta. beim waff läuft es übrigens genauso ab. sie wissen schon, das waff können sie anschreiben, wenn das ams „nein“ zu einem kurs sagt. aber ich sag ihnen jetzt was, wir machen es so, sie geben mir die kursdaten und ich gehe damit zu meinem chef. mal schauen, was wir machen können.“

sehr freundlich und hilfsbereit, meine „echte“ ams-beraterin!

frau yy kommt wieder in ihr zimmer und gibt grünes licht. das ams zahlt mir besagten kurs, ich brauch nur noch eine bestätigung vom institut und alles ist paletti. weiters schärft sie mir ein die jobsuche ernsthaft weiter zu betreiben und schickt mich von dannen …

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7 Kommentare zu „von „echten“ und „unechten“ ams-betreuern“

  1. lustig und amüsant, wie du das so schreibst …. für einen beteiligten sicher nicht so heiter ….

    vielleicht ist nun die betreuung doch effizienter als bisher…?

  2. Wunderbar, wie du das alles beschreibst. Mich als Leserin ergreift da sofort eine Beklemmung und ich fühle mich hilflos und irgendwie ausgeliefert, an diese mehr oder wenigen Mitarbeiter. Psychostress pur. 😳

  3. manchmal empfindet man den gang zum AMS tatsächlich als nervenaufreibende bedrohung. eigentlich eine zumutung, immerhin zahlt man als arbeiter und angestellter ein ziemliches sümmchen vom schwer verdienten bruttolohn in den österreichischen sozialpot ein. das wenigste, was man im falle einer arbeitslosigkeit erwarten könnte, wäre eine faire, korrekte und hilfreiche betreuung, und nicht eine, wo einem die knie schlottern …

    zb. werden fortbildungsmaßnahmen meist nur nach gutdünken gewährt. was aber absolut unverständlich ist: mit 40 ist man zu alt um vermittelt zu werden, weil eingerostet, die bildung nimmer so schnell abrufbar wie gleich nach der schule etc. aber studieren — nein, das darfst du als arbeitsloseR nicht! du könntest dir ja – einem virus gleich – ein bisserl BILDUNG einfangen … und nachher vielleicht wieder vermittelbar sein!

    ich habe jedenfalls bei dieser betreuerin ein gutes gefühl! 🙂

  4. … und weißt du warum du nicht studieren darfst als arbeitslose? weil du während deines studiums nicht vermittelbar bist – weil du zeitlich gesehen eigentlich einen job HAST.

    früher dürfte man als arbeitslose studieren. ich sehe dieses verbot auch nicht als sonderlich klever, aber so ist es leider im staate österreich!

  5. na ja. stimmt. leuchtet sogar ein, dass man als student eigentlich schon einen job hat, nämlich das studium selbst, und daher nicht vermittelbar ist.

    1. Hallo Sysyfus, willkommen auf meinem Pseudoarbeitslosen-Blog!

      So weit ich weiß KANN und DARF das AMS gar nicht auf Dein Bankkonto schauen. Wir haben in Österreich immer noch das Bankgeheimnis. Da wurde noch nichts dran gerüttelt. Und so lange das läuft, darf niemand, dem Du es nicht gestattest auf Dein Bankkonto schauen.

      Wenn Du Dir aber 100% sicher sein willst: ruf ANONYM beim AMS an und erkundige Dich. Handy-Nummer beim Anruf nicht mitschicken – nicht vergessen!!! – AMS-Telefon: (01) 87 871-0.

      Du könntest aber auch bei der Arbeiterkammer (AK) ANONYM anrufen und fragen: (01) 501 65 0. Die AK ist meine favorisierte Auskunftsstelle, wenn ich Fragen wie Deine habe. Da weiß ich, das ich rechtlich gesehen auf der sicheren Seite bin.

      Aber in meinen Augen sollte Dein WG-Dasein kontoeinsichtsmäßig vor dem AMS sicher sein.

      Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen?!
      Alles Liebe, Kipet

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