nächtlicher katzenterror und ein besuch beim ams

der wecker klingelt. völlig gerädert wälze ich mich aus dem bett, denn meine echte ams-betreuerin hat sehnsucht nach mir …

katzenterroristin kaetzchen; (c) kipet 
meine nächtliche terrorpatin „kätzchen“

ich liebe meinen stubentiger bedingungslos und absolut. sie ist ja auch wirklich ein gar zu possierliches tierchen. und wenn sie mit ihrem fellbällchen spielt, dasjenige, das so wunderbar scheppert, könnt ich sie nur noch knuddeln.

aber wer katzen kennt oder gar mit ihnen lebt, hat dies sicherlich auch schon durchgemacht: gnadenloser nächtlicher katzenterror – nonstop.

gestern abend dachte ich mir: „ok, gehst heut ein bisserl früher ins bett, damit du morgen beim ams frisch und munter ausschaust und dein hirn funktioniert, weil du ja deiner ams-betreuerin einen kurs reindrücken willst.“ sprachs und lag zu meiner eigenen überraschung schon um halb eins im bett.

ich hätte mir denken können, dass dieses frühe niederlegen meinem katzentier stinkt. eine halbe stunde später startete mein tigerchen ihr protestgemaunze. anfangs schlich sie nur mal um mich rum, checkte richtiggehend die lage: „was macht die denn schon so früh im bett? geht das denn? sie hat ja noch nicht stundenlang mit mir balli-schupf oder katzenfussball gespielt!“

ich stellte mich schlafend. irgendwann hat kätzchen W.O. gegeben. aber natürlich nicht für lang. wenn kätzchen was will, verfolgt sie ihr ziel kRallhart.

kätzchen startet zur zweiten angriffswelle: miauen in frauchens ohr. sehr ergiebig, normalerweise. zuerst wurde gegurrt und geschnurrt. als das nichts nutze, fuhr kätzchen stärkeres geschütz auf: der sprung auf meinen bauch – angriffswelle drei. dort wurde dann weichgetreten was das zeugs hält, auch ein bisserl kralle wurde mitbenutzt, denn frauchen wollte einfach nicht wach werden.

die vierte angriffswelle beinhaltete das runterspringen, wieder raufspringen auf meinen bauch (immerhin bringt frau katz stolze 4,5 kilo auf die waage), auf der anderen seite wieder runterspringen – das ging so einige fröhliche male. diese aktion steigerte kätzchen mit einem immer lauter werdenden gemauke. das war der zeitpunkt an dem ich meine nachbarn unter und ober mir mit einem nächtlichen brüller erfreute. kätzchen sah mich ganz verdutzt an: „na heij, so kenn ich die gar nicht! was hat die denn? zimtzicke!“ ihr perplexes g’schau wurde alsbald von einem hochmütigen schwanzrecken abgelöst und kätzchen stolzierte beleidigt von dannen.

„endlich“, dachte ich mir, „kann ich schlafen.“
nicht wenn es nach kätzchen geht. kaum war ich in leichten dämmerschlaf gefallen, fing der katzenterror von vorne an. nach genau demselben muster.

wer einmal gesagt hat, katzen wären dumm, der hat diese tiere schwerst unterschätzt!

dieses spiel spielten wir etliche male.

aussperren aus dem schlafzimmer? wo denkt ihr hin! habe ich schon einmal versucht – mit dem ergebnis, dass meine katzenliebende nachbarin einen stock unter mir mich im gang geschimpft hat, ich würde mein tier vernachlässigen, weil sie ja die ganze nacht so kläglich gemaunzt hat! … und ich wohne in einem altbau … dicke wände, so sagt man … nicht dick genug wenn es darum geht kätzchens protest vor den nachbarn „geheim“ zu halten.

also machte ich eine schlimme nacht durch, gespickt mit halbschlaf, katzenterror, wutgeschrei, halbschlaf …

um 7.30 uhr (für mich äußerst früh) klingelt der wecker. ebenso gnadenlos wie kätzchens nächtlicher katzenterror. aber ich muss aufstehen, denn meine echte ams-betreuerin will den stand der bewerbungs-dinge erfragen.

mein erster blick fällt auf den terrorpaten „kätzchen“. die liegt friedlich schlummernd in ihrer bevorzugten mini-schachtel und rührt kein auge, zuckt nur genervt mit ihrem schwanz, ganz so als wolle sie sagen: „stör mich nicht, ich bin müde!“ das sind die momente wo man sich am abgrund stehen sieht und am liebsten losbrüllen würde.

ich mache mich fertig, sammle noch schnell alle sachen, die ich für meinen ams-kreuzzug „kurs-ergattern-der-auch-was-bringt“ benötige zusammen und stürze mich in einen vollbesetzten bus. kein sitzplatz, natürlich. und das, wo ich beinahe im stehen schlafen könnte! danke, kätzchen …

ich muss wirklich arg müde aussehen, denn als mich meine echte ams-betreuerin sieht, meint sie: „ui, sie sehen aber wirklich gerädert aus? geht es ihnen auch gut?“

besser hätte das gespräch ja gar nicht anfangen können. innerlich grinsend und kätzchen irgendwie dankend, antworte ich meiner dame: „wenn ich ehrlich bin *ermatteter augenaufschlag meinerseits* drückt mich meine situation schon sehr. immerhin komme ich ja mit jänner 08 in den notstand. und ich bin wirklich schon arg am verzweifeln.“

„gengans, nicht doch, ist doch alles halb so wild. erst nach neun monaten arbeitslosigkeit gelten sie statistisch gesehen als langzeitarbeitslose. alles nur statistisch gesehen, gell. nicht dass sie denken …“, stockt meine sehr hilfsbereite ams-betreuerin bedeutungsschwanger mitten im satz.

„ach so. na ja. aber trotzdem. ich schreib bewerbungen, tu und mach, aber irgendwie will es nicht klappen! und da hab ich mich jetzt gefragt, und auch gleich im internet recherchiert, ob mir das ams nicht eine umschulung zahlen könnte?“, alles gepaart mit einem unschuldsengerl-gschau.

„ja was ham’s denn g’funden?“

und meine stunde hat geschlagen. ich präsentiere beinahe flipchart-mäßig drei kurse, die ich für mich passend empfinde. meine ams-betreuerin ist gleich feuer und flamme, will mit ihrem boss reden, der die kurse bewilligt. der ist aber nicht am platz. auch seine vertretung glänzt durch abwesenheit. sie erkundigt sich bei einer erfahrenen kollegin und meint freudestrahlend: „kommen’s doch morgen noch einmal vorbei, wenn sie so nett wären. dann können wir das mit meinem chef bereden. aber wir denken, das dürfte kein problem sein … mit ihrem kurs …“

danke, kätzchen, ohne nächtlichen katzenterror hätte ich sicherlich nicht so bemitleidenswert ausgesehen und hätte mich mit meiner echten ams-betreuerin sicherlich länger auseinandersetzen müssen um einen fuss in den kurs zu kriegen, den ich machen will! 🙂

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