Angenommen • Aufbruchsstimmung

(Teilzeit-)Job in Aussicht – Zweifel da, aber auch Neugier und Freude!

Komisch. Da sucht und sucht man jahrelang nach einem Job. Probiert mal hier, probiert mal da. Nix passt so wirklich. Halbtagsjobs. Teilzeitjobs. Nix ganzes. Logisch, dass da das Geld zu kurz kommt. Der Lohn. Ein Hohn. Man kriegt keinen Fulltime-Job. Irgendwo wird’s die zwar schon geben aber nicht für eine Frau 40+.

Sinnloses Unterfangen, das Bewerben für einen ordentlichen ordentlich bezahlten Job. Überqualifiziert – wenn ich das schon höre!

Jetzt gibt’s große Arbeits-Polit-Diskussionen – hach wie sozial wir Herren und Frauen Politiker doch nicht sind – Zielgruppe: Frauen mit Teilzeitjobs. Jetzt schreit man „Eine Falle! Zur Hülf! Zur Hülf!“

Wie hat man diese Anstellungsform in Krisenzeiten nicht gelobt! Arbeit für alle – Witz lass nach.

Am Ende – nämlich jetzt – sieht man: diese Sache war ein Schuss ins Knie! Arbeitgeber haben erkannt, sie sparen mit Teilzeitangestellten viel Geld. Diese Teilzeitangestellten arbeiten aus Angst den Job zu verlieren für mehr und mehr Stunden, sodass am Ende ein fast 40-Stunden-Job für eine schlecht bezahlte Teilzeitanstellung dabei heraus schaut.

Und genauso sieht der Arbeitsmarkt heute aus.

Die Arbeitsrealität für Frauen 40+ ist: nimm was du kriegen kannst, auch wenn man dich ausbeutet, verarscht. Am Ende kündigst du, weil du diesen Nepp nicht mehr erträgst. Und kriegst weniger und weniger Arbeitslosengeld, und weniger und weniger Kohle in den Alters-Topf.

Ja, Teilzeit ist weiblich. Die Erkenntnis des Jahrtausends! Risiken und Nebenwirkungen erklärt sicherlich kein Arbeitsvertrag, schon gar nicht das AMS, dessen Mitarbeiter froh sind, einen Akt weniger am Tisch liegen zu haben. Teilzeitarbeit bedeutet unterm Strich weniger Arbeitslosengeld, weniger Pension. Und – ein weiterer nicht zu unterschätzender Punkt – einmal in die Teilzeitfalle rein geraten kommt man da nur mehr sehr, sehr schwer raus! Eine Spirale die ins Abwärts führt, denn suchst du neuerlich einen Job, wird das Geld, das man dir bietet immer weniger.

Ein soziales Desaster, das auf dem Rücken teilzeitarbeitender (zumeist) Frauen ausgetragen wird.

Brave New World!

Und jetzt, jetzt bekomme ich die Chance in einem Betrieb anzufangen. Nette Menschen, zweifelsohne. Feines Ambiente, zweifelsohne. Feines Arbeitsklima, scheinbar. Doch Zweifel sind trotzdem da. Es handelt sich um einen ….tatatataaaa …. Teilzeitjob. Ein Job, der absolut nicht in meine Richtung geht.

Ob ich mich da wirklich freuen soll…?

Ich denke ja. Ich gehe positiv in eine neue Aufgabe. In ein neues Arbeitsfeld. Aufbruchsstimmung. Auch ein bisschen Wehmut. Aber alles in allem ein doch gutes Gefühl. Pack ma’s an! 🙂

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7 Kommentare zu „Angenommen • Aufbruchsstimmung“

  1. Die derzeitige Arbeitssituation ist wirklich ein Jammer.
    Mich wundert nur immer, wass sich unsere Politiker noch in den Spiegel schauen können. Soooo dumm können sie nun nicht wirklich sein, dass sie die Realität nicht sehen.
    Die Preise steigen überdimensional zum Verhältnis der kaum bis gar nicht angepassten Erhöhung des Einkommens.
    Wenn ich deinen Bericht lese, geht es wohl sogar nach unten.
    Wohin führt das noch!!!!

    Ich finde deine Einstellung toll, dich der neuen Chance zu stellen!
    Viel Glück und Erfolg!

    1. Liebe Marie, willkommen auf meinem (pseudeo)Arbeitslosenblog!

      Danke für Deine lieben Worte, nur leider hat sich das Blatt mittlerweile schon wieder gewendet:

      Dieser Job damals hat sich ergeben. Vitamin B. In der Firma der Schwester einer Bekannten suchte man eine Mitarbeiterin auf Zeit im Eventbereich.

      Dieser Aufgabe, für mich komplettes Neuland, habe ich ich mich mit Feuereifer und großer Freude gestellt. Was Neues lernen – fein! Der Job machte Spaß, die Kollegen waren allesamt eine nette Truppe … es hätte so schön sein können!

      Leider sah man meine unendlich vielen Überstunden zwar sehr gern, aber man bezahlte sie nicht – oder galt sie mittels Zeitausgleich ab. Dazu kam, dass der Job nur halbtags war und dementsprechend schlecht bezahlt. Ich musste daher nebenbei wieder einen Freiberufler-Job ausüben. Dadurch aber, dass ich so viele Überstunden in diesem Vitamin-B-Job machte, fehlte mir die Zeit für meinen Zweitjob.

      Fazit: Es fehlte an Geld, Zeit und am Ende auch noch an Wertschätzung. Ich brauche keinen Boss, der mir ständig sagt wie gut ich meinen Job mache. Aber wenn man mir ins Gesicht lächelt und sagt, ich würde mich (trotz wahnsinniger Überstunden) nicht genug für die Firma einsetzen, da hakt’s dann bei mir aus. Arbeitslage hin oder her. Alles hat seine Grenzen.

      Ich bin dann wieder unter die Freiberufler gegangen. Suche immer noch nach MEINEM Job, der alle Parameter erfüllt, die sich eh schon auf ein beschaulich-überschaubares Maß reduziert haben. Ich mache gerade eine schwere Zeit mit Burnout durch (weil viele, schlecht bezahlte Freiberuflerjobs auf einmal, kein Wochenende, keine Freizeit) und hoffe, dass sich bald alles wieder einrenkt …

      Das ist der momentane Stand der Dinge.

      Aber nicht aufgeben heißt die Devise! Irgendwann klappt’s, auch wenn’s noch ein Weilchen dauert…

      Alles Liebe, Kipet

    1. danke dir, schonwidder. leider hat’s mich dann doch erwischt, das burnout. in voller breitseite und länge. aber ich tu was dagegen. und vielleicht, vielleicht klappt’s ja auch. momentan jedenfalls geht’s mir gut. wie’s dann wieder im „echten leben“ ausschaut – wermasehn! 😉

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